Mal so nebenbei…

Ich glaube langsam fange ich an zu verstehen um was es in diesem Jahr geht. Es geht darum meine Glaubenssätze mal zu hinterfragen, und mich zu fragen, ob sie noch zu der Person passen, die ich mittlerweile bin, zu dem, was ich alles erlebt habe. Mal zu schauen wie das Leben hier so läuft und ob es vielleicht Sachen gibt, die ich in meinem Leben gebrauchen könnte.

Stück für Stück, poco a poco, fange ich hier an Spanisch zu sprechen und die Geschichten hinter den Menschen zu erfahren, vielleicht sogar ab jetzt ihre Geschichte mitzugestalten und für sie da zu sein.

Einfach da sein. Und eine Sache lerne ich hier auch gerade wieder: einfach zuzuhören, um zu verstehen, nicht um zu reden. Einfach zuhören ist sehr schwer für mich. Versuch du vielleicht mal, nur zuzuhören ohne darüber nachzudenken was du gleich erwider’n wirst. Dadurch dass mein Spanisch gerade erst am wachsen ist habe ich jetzt knapp 1 Monat damit verbracht einfach zu verstehen, was die Menschen mir hier mitteilen wollen. Das geht bestimmt auch noch ein bisschen weiter so. Ich sehe es als absolute Bereicherung nur zuhören zu können, ohne dass ich groß das Bedürfnis habe “meinen Senf dazuzugeben”, weil ich mit dem Verstehen beschäftigt bin. Auch wenn ich langsam genug verstehe, um mir meine Gedanken über das Gesagte zu machen. Um diese Gedanken anschließend auszudrücken brauche ich pro Satz dann immer so eine gute Minute. Die Gespräche mit mir sind hier sehr lang. Aber das wird…

Langsam fange ich auch an die Kinder zu verstehen, wenn sie einfache Wörter benutzen.

Der erste Monat hat mir gezeigt wie wichtig Sprache und damit auch Verstehen ist.

Ein weiterer Punkt, den ich als weißer Ausländer mit langen orangen Haaren und Bart erfahre, ist, dass die Menschen hier von mir einfach bemerkt oder gesehen werden wollen. Manchmal wird auch einfach gelacht, wenn ich vorbeilauf, warum weiß ich auch noch nicht so richtig. Das ist ungewohnt, aber mittlerweile ok. Worauf ich aber eigentlich hinauswill: die Menschen wollen einfach von mir bemerkt, oder angeschaut werden. Sie wollen, dass ich sie sehe und bemerke. Hört sich komisch an ist aber so.

So, als abschließendes Wort für diesen Beitrag: Jetzt fängt es langsam an interessant zu werden, wenn ich versteht was die Leute hier so bewegt oder einfach warum die Leute sind wie sie sind.

Friede sei mit dir

dein Janik

 

und die Links zu meinen neuen Podcastfolgen sind hier:

#15 Die andere Seite Piuras

#14 Vertrauen

#13 Eine peruanische Hochzeit

#12 Meine Arbeitswoche in Piura

 


2 thoughts on “Mal so nebenbei…

  1. Victoria Wierss Antworten

    Lieber Janik,
    ich lese deinen Bericht über das Zuhören mit großer Freude und kann dir nur sagen, darin steckt so unendlich viel. So erreicht man sein Gegenüber wirklich und diese Momente sind heilig.
    Friede sei auch mit dir.
    Victoria (Shiatsukollegin deiner Mutter)

    1. Janik Henneberger Antworten

      Danke 🙂

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